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Ursula Fischler-Strasak, CH

Communications – Sustainability and Access to Healthcare, F. Hoffmann-La Roche Ltd.

Was bedeutet für Sie persönlich Sustainable Entrepreneurship?

Sustainable Entrepreneurship steht für den unternehmerischen Beitrag zu einer besseren Zukunft und muss somit den Kern der Strategie, Entscheidungsfindung und Kultur eines Unternehmens bilden.

Wie tief verankert ist diese Denkweise aus Ihrer Sicht schon in der Gesellschaft, vor allem aber in den Köpfen der Unternehmer?

Wir sehen durch unterschiedliche Entwicklungen, z.B. der Kommunikationswege über soziale Medien, vermehrte Aufmerksamkeit der Gesellschaft am Thema „gesellschaftliche Mehrwertschaffung“ durch Unternehmen. Langfristig orientierte Unternehmen sind daher gezwungen vermehrt den gesellschaftlichen Auftrag wahrzunehmen und entsprechende Stakeholder einzubinden. Nur Unternehmen, die einen Beitrag zum gesellschaftlichen Wohl liefern, können langfristig erfolgreich wirtschaften.

Wie beeinflussen die Diskussionen rund um die CSR-Berichtspflicht die Pharmaindustrie? Welche Auswirkungen sind zu erwarten?

Für mich sind hier zwei Aspekte relevant:

  1. Diskussion zum Thema CSR, Sustainability, etc: Aufgrund der verwirrenden Begrifflichkeiten und der unterschiedlichen Interpretationen finde ich die Diskussionen teils kontraproduktiv. Ich persönlich bin kein grosser Fan vom Begriff „Sustainability“, dafür umso überzeugter von der darin enthaltenen Denkweise. Unternehmen sollten sich daher darauf konzentrieren, zu definieren, welchen gesellschaftlichen Mehrwert sie heute und v.a. morgen generieren wollen und welchen Herausforderungen man damit begegnet, ohne das Wort „Sustainability“ zu benutzen.

  2. Diskussion zur verstärkten Berichtspflicht – Thema „non-financial reporting“: Ich finde die Diskussion gut und förderlich. Die Professionalität der Debatte leidet jedoch durch zu viele geschäftseifrige Anbieter von Services und Produkten. Die notwendige „Hausübung“ müssen Unternehmen selbst machen und die neuen Richtlinien legen die Verantwortung auch wieder vermehrt zurück in die Hand der Unternehmen. Aus meiner persönlichen Sicht, liegt der Mehrwert vor allem in den indirekten Auswirkungen der Berichterstattung intern: Weitere Integration der langfristigen Wirtschaftsweise in Strategie- und Entscheidungsprozesse, Kommunikation, Leadership und Unternehmenskultur.

Bei F. Hoffmann-La Roche Ltd. sind Sie für den Bereich „Communications – Sustainability and Access to Healthcare“ zuständig…Welche Rolle spielt Ihrer Ansicht nach Roche beim Vorantreiben nachhaltigen Wirtschaftens?

Ich kann hier lediglich meine persönliche Meinung widerspiegeln und nicht im Namen von Roche sprechen: Roche, als weltweit führender Anbieter von In-vitro-Diagnostika und Arzneimitteln, ist ein grossartiger Arbeitgeber und ich bin stolz darauf einen Beitrag zum Erfolg von Roche leisten zu können. Gesundheit ist unser grösstes Gut und mit dem einzigartigen Businessmodell von Roche können wir tagtäglich einen Beitrag zum Wohl des Patienten, seiner Familie und seinem Umfeld leisten. Zudem ist Roche ein Familienunternehmen mit einer beeindruckenden Unternehmenskultur, die in grossen multinationalen Unternehmen leider oft verloren geht.

Der SEA zeichnet jedes Jahr Unternehmer für außergewöhnliche Projekte aus, mit denen Sustainable Entrepreneurship in der Praxis umgesetzt wird. Was hat Sie überzeugt, diese Idee zu unterstützen?

Des SEA ist aus mehrfacher Hinsicht für mich aussergewöhnlich:

  1. Oftmals fehlt kreativen Ideen und Innovationen notwendige Unterstützung in der Umsetzung. Der SEA kann sowohl Aufmerksamkeit und finanzielle Ressourcen für die besten Ideen bieten.

  2. Das Potential, aber v.a. die Herausforderungen einer start-up Kultur müssen stärker thematisiert und diskutiert werden. Teilweise bedeutet dies auch kulturelle Anpassungen, wie beispielsweise in der Akzeptanz von Rückschlägen. Hier kann der SEA als Plattform der Debatte dienen.

  3. Fun factor: Zahlreiche Studien zeigen, dass Geld als Motivationsfaktor nicht ausreicht, um die klügsten und eifrigsten Köpfe zu vereinen. Das Konzept rund um dem SEA, mit dem Preis, der Gala und den weiteren Aktivitäten unter dem Jahr tragen dieser Anforderung Geltung.