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Sandra Thier, AT

TV Moderatorin & UNICEF Patin

Was bedeutet für Sie persönlich Sustainable Entrepreneurship?

Für mich bedeutet es: ein Wandel durch eine unternehmerische Tätigkeit, der nachhaltig, langfristig und positiv die Gesellschaft verändert. Konkret: eine gute Idee, die innerhalb eines Unternehmens entsteht, wächst und für viele Menschen was Gutes bewirkt. Das kann sein im Bereich Bildung, Umweltschutz, Arbeitsplatzschaffung für Menschen mit Behinderungen, Armutsbekämpfung oder Menschenrechte.

Der SEA zeichnet jedes Jahr Unternehmer für außergewöhnliche Projekte aus, mit denen Sustainable Entrepreneurship in der Praxis umgesetzt wird. Was hat Sie überzeugt, diese Idee zu unterstützen?

Mit dem Award ist es ja nicht vorbei. Mir gefällt die Idee, die dahinter steckt. Dass sich Botschafter und Firmen das ganze Jahr bemühen, die Idee weiterzuentwickeln und umzusetzen. Wir alle können dazu betragen etwas für unser Umfeld zu tun. Der Award ist Ansporn und Motivation. Ich habe außergewöhnliche Menschen und Ideen kennengelernt, die mich nachhaltig beeindruckt haben. Und das unterstütze ich gerne.

Wie tief verankert ist diese Denkweise aus Ihrer Sicht schon in den Gesellschaft, vor allem aber in den Köpfen der Unternehmer?

Dank der Plattform von SEA und dem Team um Frau Weidinger wächst die Denkweise stetig. Ich denke, es gibt immer mehr Firmen und Menschen, die sich ernsthaft zu dem Thema Gedanken machen. Aber da ist noch Luft nach oben.

Welche Branchen sind Ihrer Meinung nach weit vorne, wenn es darum geht, Sustainable Entrepreneurship zu leben und welche haben noch Aufholbedarf?

Große Firmen haben meist eigene Stiftungen oder eigene Charity Projekte, wo das meist ganz genau geregelt ist. Mittelständische und kleine Unternehmen bemühen sich aber auch mit ihren Mitteln etwas zu tun. Das finde ich dann besonders lobenswert.

Sie sind Journalistin, TV Moderatorin, Event Moderatorin und UNICEF Patin. Welche Rolle spielen die Medien bei der Vorantreibung nachhaltigen Wirtschaftens?

Naja, Medien sind dazu da Themen groß zu machen, über sie zu berichten oder auch aktiv mitzumachen. Meine Redaktion hat zum Beispiel das papierlose Office ausprobiert. Ging gut, wenn auch nicht immer ganz ohne Papier.

In welcher Weise kann jeder einzelne von uns dazu beitragen, die Wichtigkeit und Wertigkeit von Sustainable Entrepreneurship zu steigern?

Indem jeder das Thema anstößt. Unter Freunden, in der Familie, im Büro bei Kollegen und dem Chef. Indem in Workshops ernsthaft über Ideen und deren Umsetzung gesprochen wird.  

Wie wichtig ist es Ihnen nachhaltiges Denken vorzuleben und inwiefern tun Sie das?

Auch mir gelingt es nicht immer. Aber natürlich bemüht man sich im Alltag. Ich benutze Papier auf beiden Seiten, versuche klug einzukaufen und mir Kleider auszuborgen. Ich versuche nachhaltig positiv auf mein Umfeld zu wirken und genieße die Zeit mit lieben Menschen und Kollegen.

Wie schätzen Sie die Rolle und Position von Österreich bei der Weiterentwicklung von Sustainable Entrepreneurship ein?

Das kann ich schwer beurteilen. Auch hier gibt es viele Menschen und Firmen, die sich ernsthaft mit dem Thema auseinandersetzen. Natürlich kann da auch die Politik Anreize geben.

Und letzte Frage: Was ist das beeindruckendste Beispiel für Sustainable Entrepreneurship, das Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?

Ganz klar - TABLE FOR TWO International, SEA-Gewinner 2013, an die ich den Preis in der in der Kategorie “Lifestyle & Kultur” überreichen durfte. Die New Yorker Initiative TABLE FOR TWO fördert Gastronomieanbieter, die auf gesundes und kalorienarmes Essen setzen. Pro kalorienreduziertem Gericht werden von den Konsumenten automatisch 25 US-Cent (EUR 0,19) gestiftet, um Essen in Schulen in Uganda, Ruanda, Äthiopien, Tansania und Kenia zu finanzieren. Eine tolle Idee!