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Prinz Bubacarr Aminate Sankanu, GM

Journalist, Filmemacher, öffentlicher Intellektueller

Was bedeutet nachhaltiges Unternehmertum für Sie persönlich?

Für mich bedeutet soziales Unternehmertun, dass Ethik, Verantwortungsbewusstsein und das Interesse zukünftiger Generationen Vorrang vor kurzfristigen Erfolgen habe.

Mit dem SEA werden Projekte ausgezeichnet, die herausragende Beispiele von nachhaltigem Unternehmertum darstellen. Was hat Sie persönlich dazu gebracht, diese Idee zu unterstützen?

Ich lebe mein Leben nach den Grundsätzen Gesundheit und Nachhaltigkeit (Lifestyle of Health and Sustainability - LOHAS) und jede unternehmerische Tätigkeit, die Nachhaltigkeit zum zentralen Benchmark ihrer Zielsetzungen macht, erhält meine uneingeschränkte Unterstützung.

Wie sehr ist Ihrer Meinung nach nachhaltiges Unternehmertum bereits in den Köpfen der Menschen und insbesondere in der Handlungsweise von Unternehmern verankert?

Ich stelle einen allmählichen Paradigmenwechsel fest. Die Menschen beginnen, sich kritisch mit der Herkunft von Produkten und Dienstleistungen auseinanderzusetzen. Sie stellen auch Althergebrachtes in Frage, indem sie entweder eine führende Rolle bei Innovationen übernehmen oder die Kraft des Verbrauchers dazu nutzen, eine Bewusstseinsveränderung bei vielen Produktionsstätten und Branchen herbeizuführen.

Welche Sektoren sind Ihrer Meinung nach in punkto nachhaltigem Unternehmertum am aktivsten und welche Sektoren haben noch großen Aufholbedarf?

Durch die Informations- und Kommunikationstechnologien ist der Zugang zu innovativen Lösungen leichter geworden. Beim Finanz- und Investitionssektor gibt es erheblichen Aufholbedarf. Viele Projekte auf der grünen Wiese von nachhaltigen Unternehmern, insbesondere jungen, scheitern am Mangel finanzieller Mittel, da jene Leute, die über das Kapital verfügen, weiterhin lieber herkömmliche Geschäftsideen unterstützen.

Vom Standpunkt eines Journalisten und Filmemachers aus betrachtet....Welche Rolle spielen die Medien bei der Entwicklung von nachhaltigen wirtschaftlichen Aktivitäten?

Da wir in einem Medienzeitalter leben, können die Botschaft über Nachhaltigkeit und die Entschlossenheit, eine Änderung der Mentalität herbeizuführen, einen Durchsickerungseffekt mit großer medialer Wirkung haben. Ich habe vor, meine Erfahrung als Journalist und Filmemacher dazu zu nutzen, die Botschaft des Sustainable Entrepreneurship Award (SEA) hinauszutragen und die besten Praktiken der Gewinner dieser Auszeichnungen publik zu machen, um andere zu motivieren und zu inspirieren.

Auf welche Weise kann jeder Einzelne von uns dazu beitragen, dass nachhaltiges Unternehmertum an Bedeutung gewinnt?

Wir müssen nicht darauf warten, dass andere uns sagen, wo es langgeht. Jeder von uns kann eine entscheidende Rolle spielen, indem er bei sich selbst beginnt. Wenn wir unsere täglichen Verhaltensmuster als Konsumenten ändern und unsere Ressourcen auf das Gemeinwohl ausrichten, stärken wir die Philosophie des nachhaltigen Unternehmertums.

Wie würden Sie die Position Österreichs bei der Entwicklung von nachhaltigem Unternehmertum beurteilen?

Österreich als mitteleuropäisches Land spielt eine ganz entscheidende Rolle bei der Entwicklung von nachhaltigem Unternehmertum als Heimatland des Sustainable Entrepreneurship Award (SEA), der weltweites Interesse erweckt. Österreichs Hauptstadt, Wien, ist eine internationale Stadt und das macht es einfacher, nachhaltiges Unternehmertum auf kosteneffiziente Weise einem weltweiten Publikum näher zu bringen. In Zukunft wird Österreich hoffentlich die Idee des nachhaltigen Unternehmertums in Entwicklungs- und Schwellenländern unterstützen, die für Innovationen offen sind.

Welchen Vorteil haben Unternehmen, die nachhaltiges Unternehmertum umsetzen bzw. in ihren wirtschaftlichen Kernbereich integrieren?

Unternehmen, die nachhaltiges Unternehmertum leben, kommen in den Genuss der Vorteile, die sich Pionieren in ihrer jeweiligen Branche bieten. Die Zukunft gehört der Nachhaltigkeit, da sich immer mehr junge Menschen, die schließlich die nächste Generation an Konsumenten ausmachen, Gedanken über den Wert der Produkte machen, für die sie ihr Geld ausgeben.

Abschließend noch eine persönliche Frage: Was war für Sie das bemerkenswerteste Projekt im Rahmen des SEA, von dem Sie je gehört haben, und warum?

Ich bin durch Zufall auf das SE-Projekt gestoßen. Als ich 2014 zum ersten Mal die Einladung zur Teilnahme bekommen habe, war ich so beeindruckt, dass ich mich dazu entschloss, sofort darüber auf meiner Site NTI XANNEN Rajon Do Television(NXR.tv): http://www.ntixannen.com zu berichten.

Das SE-Projekt und der SEA stehen in natürlichem Einklang mit meiner Weltsicht und meiner Begeisterung für ethische Geschäftsmodelle. Ich freue mich sehr darauf, meinen Beitrag zur weltweiten Förderung der Philosophie nachhaltigen Unternehmertums zu leisten.