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Mag. Herwig Langanger

Geschäftsführer der österreichischen Tageszeitung “Die Presse”

Mit dem SEA – Sustainable Entrepreneurship Award werden herausragende Projekte im Bereich Sustainable Entrepreneurship ausgezeichnet. Was denken Sie über diese Initiative?

Meiner Meinung nach trägt der SEA signifikant im Bereich der nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung bei. Er erhöht die Aufmerksamkeit, unterstreicht Engagement und fördert hervorragende Wirtschaftslösungen.

Was hat Sie bewogen, der Jury des SEA beizutreten?

Die Möglichkeit etwas zur Förderung von nachhaltigem Unternehmertun beisteuern zu können, war der Schlüsselfaktor meiner Entscheidung. Ich bin gespannt welche innovativen Projekte unsere Teilnehmer entwickelt haben um die Welt in der wir Leben zu verbessern.

Was bedeutet für Sie persönlich Sustainable Entrepreneurship (SE)?

Persönlich strebe ich danach Wirtschaft auf einen nachhaltigen Weg zu bringen. Das bedeutet, dass die Prinzipien des nachhaltigen Unternehmertums eine integrale Rolle in meinen täglichen Wirtschaftsentscheidungen darstellen. Sie dienen als wichtige persönliche Richtlinien und als strategischer Fokus von „Die Presse“.

Warum benötigen wir Sustainable Entrepreneurship?

Nachhaltiges Unternehmertum ist zwingend erforderlich um ein zukünftiges Unternehmen attraktiv zu machen. Betrachtet man Wirtschaft ganzheitlich, müssen tägliche Entscheidungen verschärft werden um dieses Ziel zu erreichen.
Wirtschaftlicher Wohlstand kann nur einen langanhaltenden Effekt für die Gesellschaft haben, wenn er auf Lösungen basiert, welche nicht auf die Kosten der nächsten Generationen wirken.

Wie verankert ist das Prinzip des Sustainable Entrepreneurship bereits heute in den Köpfen der Menschen, aber vor allem im Handeln der Unternehmen z.B.: in China?

Meiner Meinung hat nachhaltiges Unternehmertum immer noch einen sehr langen Weg vor sich. Während ich höhere Aufmerksamkeit zu diesem Konzept im Denken der Menschen finde, hinken die Taten nach wie vor hinterher. Unglücklicherweise ist der Druck auf Firmen um Kosten zu sparen und um Profite zu generieren mit einer gewissen Low-Cost Mentalität seitens der Konsumenten verbunden.

Es hat den Anschein, als wäre Sustainable Entrepreneurship im Allgemeinen nach Krisen noch wichtiger geworden. Warum führen oftmals erst Krisen zu Bewusstseinsänderungen, sowohl in der Wirtschaft, wie auch in Politik und Gesellschaft?

Jede Krise führt aufgrund ihres beeinträchtigenden Potentials zur Chance den Weg zu überdenken auf welchem wir Prozesse organisieren und Wirtschaft betreiben. Wir haben eine Krise gesehen, die zu weitreichenden Diskussionen über die Möglichkeiten zur Schaffung von künftigem Wirtschaftswachstum führte. Nachhaltiges Unternehmertum ist ein vielversprechendes Konzept um diese Herausforderungen in Angriff zu nehmen.

Politik, Wirtschaft, Gesellschaft – wer sollte die treibende Kraft im Prozess rund um Sustainable Entrepreneurship sein?

Aus meinem Blickwinkel ist nachhaltiges Unternehmertum ein ganzheitliches Konzept, welches nur dann erfolgreich sein kann, wenn Politik, Wirtschaft und Gesellschaft dazu beitragen.

Wie kann jeder einzelne persönlich dazu beitragen, dass Sustainable Entrepreneurship an noch mehr Bedeutung gewinnt?

Nachhaltiges Unternehmertum kommt unter anderem auch in Produkten zum Vorschein. Nachdem jeder einzelne auf diversem Wege ein Konsument ist, kann man eine kleine Differenz kreieren, indem man auf einfachem Wege diese Produkte kauft.

Wie kann man verhindern, dass SE-Maßnahmen nicht reines „green washing“ sind? Welche Maßnahmen und Methoden sind dazu intern anzuwenden?

Engagement ist der Schlüssel wenn es um die Effektivität von nachhaltigem Unternehmertum geht. Wenn Geschäftsführung und Angestellte keinen Punkt darin sehen, sich auf nachhaltiges Unternehmertum zu konzentrieren, wird keine interne Maßnahme funktionieren. Hierbei ist der wichtigste Hebel eine klare Vorteilsstrategie und den Einfluss auf Angestellte, Firma und Gesellschaft von nachhaltigem Unternehmertum zu erklären.