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Dr. Josef Mantl, M.A., AT

CEO JMC & Spokesman Sustainable Future Campaign

Was bedeutet für Sie persönlich Sustainable Entrepreneurship?

Sustainable Entrepreneurship ist für mich ein Innovationsmoment, der Technologie, Umwelt und Verantwortung miteinander verbindet und eine nachhaltigere Welt - sei es ökologisch, sozial oder wirtschaftlich – realisierbar macht.

Wie tief verankert ist diese Denkweise aus Ihrer Sicht schon in der Gesellschaft, vor allem aber in den Köpfen der Unternehmer?

Der Nachhaltigkeitsgedanke ist in Österreich und unseren Breiten mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Viele Menschen und UnternehmerInnen haben das neue Credo Nachhaltigkeit bereits in ihren Leitprinzipien und ihrem Lebenswandel verankert. Auch in Politik, Wirtschaft und Medien hat bereits ein Paradigmenwechsel stattgefunden. Vor allem Jugendliche und Young Professionals fungieren in diesem Bereich als Vorreiter, was mir als Sprecher der Nachhaltigkeitsinitiative “Sustainable Future Campaign” oftmals eindrucksvoll bewiesen wurde. Aber auch traditionelle Unternehmen erkennen zunehmend das Potenzial und sehen ein nachhaltiges Umdenken auch als Chance, wettbewerbsfähiger zu werden.

Wie schätzen Sie die Rolle und Position von Österreich bei der Weiterentwicklung von Sustainable Entrepreneurship ein? Sie haben gute Kontakte in den USA. Inwieweit erkennen Sie da Unterschiede zwischen Ö und den Staaten?

Sustainable Entrepreneurship genießt in den USA eine noch höhere Priorität als in Europa. Einerseits haben die Top-Universitäten wie Harvard oder Columbia bereits seit den 1990ern derartige Programme, um hier einen Bewusstseinswandel zu schaffen. Andererseits gibt es viele vermögende Stiftungen, die Projekte in einer bei uns undenkbaren Größenordnung unterstützen können.

Welchen Stellenwert hat das Thema aus Ihrer Sicht in der Kommunikationsbranche und wie ist das Thema derzeit in den Medien positioniert?

Nachhaltigkeit und Sustainable Entrepeneurship sind in der PR und Kommunikation Schlüsselbegriffe. Kein Unternehmen kann sich mehr leisten, in diesen Bereichen negative Schlagzeilen zu schreiben. KonsumentInnen wählen bewusster aus und informieren sich. Neben dem Image ist aber auch eine transparente und fundierte Kommunikation wichtig. Nachhaltigkeit ist kein PR Stempel, mit dem man sich einfach so schmücken kann. Viel mehr ist es ein Konzept und eine Strategie. Jedes Unternehmen setzt Nachhaltigkeit anders um. Wichtig ist dabei, dass Unternehmensstragien zu Nachhaltigkeit, Social Business und Corporate Social Responsibility richtig kommuniziert werden, um solche Prozesse für KonsumentInnen transparent zu machen.

Wie wichtig ist es Ihnen als Unternehmer, in Ihrer Branche nachhaltiges Denken vorzuleben und inwiefern tun Sie das?

Grundsätzlich versuche ich für mich persönlich einen alltagstauglichen und dennoch  nachhaltigen Lebensstil zu finden, der sich mit meinem Unternehmerdasein vereinbaren lässt. Dazu muss auch ich lernen, Umwelt und Unternehmertum zu kombinieren. Das erfordert viel Strategie, Disziplin und Innovation. Aber genau hier liegen auch meine Stärken. Ich sehe es als meine Aufgabe und auch persönliche Herausforderung, Nachhaltigkeit in mein Leben, Unternehmen und meine Umwelt einzubringen.  Im Kampf um eine nachhaltigere Zukunft zählt jeder Schritt, ganz gleich ob man statt dem Auto mal das Rad zur Arbeit nimmt oder versucht, sein Büro ressourceneffizient zu organisieren. Klare Ziele und eine konsequente Herangehensweise helfen mir und meinem Team gute Ideen mit viel Spaß und Nachhaltigkeit im Büro zu verbinden. Die Einfälle reichen da von Car-Sharing bis hin zum gemeinsamen Kochen und Mittagessen im Büro. Wir sind da sehr kreativ und inspirieren uns gegenseitig.

Mit dem SEA werden jedes Jahr Unternehmer für außergewöhnliche Projekte ausgezeichnet, mit denen Sustainable Entrepreneurship in der Praxis umgesetzt wird. Was hat Sie überzeugt, diese Idee zu unterstützen?

Ich bin sehr begeistert davon, wie engagiert Christina Weidinger den SEA-Award begründet hat und nun koordiniert. Durch meine Erfahrungen in den USA bin ich auch überzeugt davon, Synergien proaktiv zu nutzen und unterstütze daher als Speaker der Sustainable Future Campaign sehr gerne den SEA.

Gemeinsam mit SEA-Gründerin Christina Weidinger haben Sie vor kurzem bei DEM Vorreiter für den Klimaschutz Al Gore eine Ausbildung zum Climate Leader absolviert. Was bedeutet Ihnen das persönlich?

Natürlich war das Zusammentreffen und die Ausbildung durch DEN Vorkämpfer in Sachen Klimaschutz für mich ganz besonders interessant und inspirierend. Allein durch sein engagiertes, persönliches Auftreten ist er natürlich einzigartig. Neben dem fachlichen Input, war es für mich persönlich aber vor allem ein zusätzlicher Energieschub mich auch weiterhin mit voller Kraft für eine nachhaltigere Zukunft einzusetzen.

In welcher Weise kann jeder einzelne von uns dazu beitragen, die Wichtigkeit und Wertigkeit von Sustainable Entrepreneurship zu steigern?

UnternehmerInnen als auch KonsumentInnen können Sustainable Entrepeneurship vorleben. UnternehmerInnen durch Innovation, indem sie gute und nachhaltige Produkte auf den Markt bringen. KonsumentInnen, indem sie sich von Qualität und Produktherkunft leiten lassen, anstatt von Preisen oder Werbung.