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Elisabeth Köstinger, AT

MdEP

Mit dem sea zeichnen wir herausragende Projekte im Bereich Sustainable Entrepreneurship aus. Wie beurteilen Sie diese Initiative – und was bedeutet für Sie persönlich Sustainable Entrepreneurship?

Der sea ist ein einzigartiges und bedeutendes Projekt. Die Auszeichnung streicht hervor, wie wichtig Nachhaltigkeit und Innovation im unternehmerischen Denken und Sein sind und dass sich diese beiden Bereiche nicht nur ergänzen, sondern auch harmonieren können.
Sustainable Entrepreneurship bedeutet aber nicht nur ein einfaches, kurzfristiges Reagieren,  sondern bedeutet langfristiges strukturelles Handeln und Denken auf mehreren Ebenen. Es geht nicht darum Vorhandenes umzusetzen, sondern neue Wege zu beschreiten, progressive Akzente zu setzen und die Zukunft mit zu gestalten.

Politik, Wirtschaft, Gesellschaft – wer sollte die treibende Kraft im Prozess rund um Sustainable Entrepreneurship sein, vor allem im europäischen Kontext?

Es gibt nicht die eine, einzige treibende Kraft. Es ist vielmehr das Zusammenspiel zwischen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, die das Treibende rund um Sustainable Entrepreneurship ausmacht. Die Idee des nachhaltigen Handelns und Denkens geht aus der Gesellschaft hervor und entwickelt sich in der Politik sowie der Wirtschaft weiter und manifestiert sich. Das gleiche gilt auf europäischer Ebene. Das Europäische Parlament, als Bürgerkammer der EU, hat sich in unzähligen Entschließungen und Beschlüssen klar für Nachhaltigkeit im Unternehmertum ausgesprochen und wird dies auch weiterhin tun.

Was wird auf EU-Ebene unternommen, um dem Thema Sustainable Entrepreneurship zu mehr Geltung zu verhelfen? Inwieweit können Sie persönlich sich hier einbringen?

Mit dem Competitiveness and Innovation Rahmenprogramm (CIP) der Europäischen Union, welches sich speziell an KMU richtet, fördert die EU innovative Aktivitäten durch besseren Zugang zu Finanzierung sowie durch unterstützende Maßnahmen. Für CIP stellt die EU im Finanzierungszeitraum 2007 bis 2013 insgesamt 3,6 Milliarden Euro zur Verfügung, die auch dem Sustainable Entrepreneurship zu Gute kommt. Des Weiteren wird im Zuge des siebten Forschungsrahmenprogramms die Entwicklung von KMU vorangetrieben. Vor allem im Bereich der Forschung werden hierfür 1,3 Milliarden Euro bereitgestellt, um die europäischen Klein- und Mittelunternehmen in ihrer Wettbewerbsfähigkeit, Innovation und Nachhaltigkeit zu fördern.
Um diese Förderprogramme auch weiterhin gut ausgestattet zu wissen, verhandeln die Abgeordneten mit den Mitgliedsstaaten  jährlich um eine Anhebung des EU-Budgets. Für 2012 werden die zur Verfügung stehenden Gelder um fast zwei Prozent steigen. Diese Gelder fließen direkt in Förderprogramme.

Zum Schluss eine persönliche Frage: Welches SE-Projekt ist Ihnen in besonderer Erinnerung geblieben – und warum?

In der Landwirtschaft wird viel auf  Nachhaltigkeit und Innovation gesetzt. Ein gutes Beispiel ist der Innovationspreis der Österreichischen Jungbauernschaft - Bauernbund Jugend, der diesen Ansatz forciert. In mehreren Bereichen, unter anderem auch im Bereich "Erneuerbare Energie",  wird ein dotierter Preis an die jeweils innovativsten und nachhaltigsten Projekte vergeben. Letztes Jahr ging dieser an einen Bio-Gemüsebauer, der mittels einer Kompost-Biogas-Anlage die gesamte Energie für seinen Betrieb selbst produzierte. 680.000 kW werden so jährlich zur Beheizung der Gewächshäuser eingesetzt. Davon profitiert auch die gesamte Region, denn 90% des benötigten Materials wird aus der Gegend zugekauft.