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Dr. Reinhold Mitterlehner, AT

Vizekanzler und Bundesminister für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft

Der sea prämiert herausragende Projekte im Bereich Sustainable Entrepreneurship. Wie beurteilen Sie diese Initiative? 

Die ausgezeichneten Projekte nehmen als Benchmarks eine Vorbildfunktion ein und regen andere Wirtschaftstreibende zur Nachahmung an. Damit trägt der SEA dazu bei, ein neues Bewusstsein für die Bedeutung von Nachhaltigkeit zu schaffen.

Was bedeutet für Sie persönlich Sustainable Entrepreneurship?

Es ist ein zentrales Unternehmensmodell der Zukunft. Wer Ökonomie, Ökologie und soziale Verantwortung miteinander in Einklang bringt, kann seine Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig stärken. In vielen Bereichen sind zudem andere Spielregeln als bisher notwendig, weil Wohlstand und Erfolg nicht mehr nur allein durch Wachstumsraten definiert werden.

Es hat den Anschein, als wäre Sustainable Entrepreneurship gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten besonders wichtig. Warum ist das so?

In Krisenzeiten werden alle Maßnahmen kritischer beleuchtet als in einer Hochkonjunktur. Um Wirtschaftseinbrüche nachhaltig zu bewältigen, reicht es nicht, einfach nur mehr oder weniger des Selben zu machen. Vielmehr braucht es einen Strukturwandel, der dazu führt, dass neue Märkte mit innovativen Produkten und Dienstleistungen erschlossen werden können. Umso wichtiger ist es, dass Sustainable Entrepreneurship in der Unternehmensphilosophie verankert wird.

Wie verankert ist das Prinzip der Sustainable Entrepreneurship heute bereits in den Köpfen der Menschen, aber vor allem im Handeln der Unternehmen?

Wir sind in Österreich insgesamt gut aufgestellt, dürfen uns auf dieser guten Positionierung aber nicht ausruhen, weil immer mehr Länder die Chancen nachhaltigen Agierens erkennen. Wichtig ist, dass Corporate Social Responsibility nicht nur als reine Marketingangelegenheit gesehen wird, sondern auf allen Ebenen gelebt wird.

Wie beurteilen Sie die Position der österreichischen Unternehmen im Bereich SE?

Unsere Wirtschaft nimmt im internationalen Vergleich eine Vorreiterrolle ein. Gerade bei Energie- und Umwelttechnologien zählen heimische Unternehmen zu den Technologieführern. Daher werden Öko-Innovationen „Made in Austria“ weltweit immer stärker nachgefragt.

Welche Branchen sehen Sie als besonders vorbildlich an?

Vor allem Unternehmen, die sich mit Energie- und Umwelttechnologien oder auch Medizintechnik beschäftigen, setzen sich besonders intensiv mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinander, wie auch die Einreichungen zum SEA 2012 zeigen. Gerade in diesen Branchen ist es wichtig, dass der Anspruch CSR nicht nur auf dem Papier besteht.

Politik, Wirtschaft, Gesellschaft – wer sollte die treibende Kraft im Prozess rund um Sustainable Entrepreneurship sein?

Hier sind alle Beteiligten gleichermaßen angesprochen. Die Umstellung des Wirtschaftssystems in Richtung Nachhaltigkeit erfordert nicht nur andere Rahmenbedingungen und Fördernotwendigkeiten, sondern auch neue Produkte und Dienstleistungen, die wiederum von den Konsumenten angenommen werden müssen.